Der Name sagt, was es ist: 小 (xiǎo) klein, 笼 (lóng) Dämpfkorb, 包 (bāo) gefülltes Brötchen – kleine Teigtaschen aus dem Körbchen. Ein dünner Weizenteig wird von Hand in ein Dutzend Falten oder mehr gelegt, um gehacktes Schweinefleisch, vermischt mit Gelee aus ausgekochter Schweinehaut (肉皮冻, ròu pí dòng). Im Dampf schmilzt das Gelee, und so steckt in jeder Teigtasche ein Löffel heiße Brühe. Sie kommen in dem Bambuskorb auf den Tisch, in dem sie gedämpft wurden, meist sechs bis zehn pro Korb, mit schwarzem Essig und Ingwerstreifen zum Dippen.
Sie sind ein Klassiker aus Jiangnan (江南, jiāng nán), der Gegend südlich des unteren Jangtse: Shanghai, Jiangsu und Zhejiang, kurz 江浙沪 (jiāng zhè hù). Der üblichen Geschichte nach stammen sie aus Nanxiang, einem Marktflecken im heutigen Shanghaier Bezirk Jiading, aus den 1870er-Jahren. In Shanghai steht auf der Karte oft 南翔小笼 nach dem Ort, oder 小笼馒头 (xiǎo lóng mán tou) – im Shanghai-Dialekt heißt auch ein gefülltes Brötchen 馒头. Man isst sie zum Frühstück oder als Snack (点心, diǎn xin) zu jeder Tageszeit, in Teigtaschenläden, Teehäusern und Shanghaier Restaurants (本帮菜馆, běn bāng cài guǎn) in ganz China. Schweinefleisch pur (鲜肉小笼, xiān ròu xiǎo lóng) ist der Klassiker; mit Krabbe (蟹粉小笼) oder Garnelen (虾仁小笼, xiā rén xiǎo lóng) kosten sie mehr und enthalten Krebstiere – achten Sie bei einer Allergie auf den Namen.
Im normalen Restaurant in einer Großstadt kostet es etwa ¥20–40 (2026).
Wie schmeckt es?
Herzhaft und kräftig: Die Brühe darin ist eine Schweinebrühe, auf Jiangnan-Art leicht süß, die Füllung weich und saftig. Der Teig ist dünn und etwas bissfest. Schwarzer Essig mit Ingwer nimmt dem Ganzen das Fett – ohne ihn würden die meisten in China sie nicht essen. Mild und warm; in Wuxi sind sie deutlich süßer.
Schmeckt wie … Wie Tortellini in brodo, nur umgekehrt: Die Brühe steckt in der Teigtasche statt um sie herum. In Asia-Restaurants in Deutschland stehen sie manchmal als „Xiao Long Bao“ oder Dim Sum auf der Karte – in China ist der Teig meist dünner und die Suppe heißer.